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Zores: Musik abseits aller Hörgewohnheiten Jeden 1. Dienstag im Monat 21 - 24 Uhr bei Radio Z 95,8 MHz |
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Lückenhafter
Index ZORES 2011 13&god,
own your ghost - alien transistor, 2011
Verhangene Melancholie und eine Art besonnener Trotz vermengen
sich auf diesem zweiten Album des transatlantischen Projekts
13&god, von dem manche meinen, es hätte etwas konturierter
ausfallen können. Vielleicht verhindert die eigene Betroffenheit (Dax
Pierson ist seit einem Unfall gehandicapt) gerade die gern gewählte
plakative Herangehensweise an die Themen Verfall&Tod. Das Leben
ist ist ein biophysikalischer Kurzschluss mit dem Tod, alles Puffern
und Speichern ist nur ein Aufschub. Tod ist das ultimatve Lösungsmittel.
Aber der eine oder andere Tonträger darf vorher schon noch
fertiggestellt werden. AGF,
gedichterbe - AGF producktion, 2011
Geschmeidig legen sich die Sounds um die Worte, wie auf den
Textleib geschnitten. Roh und zerzaust nur im Ansatz, selbst bei
Schiller, dessen "Macht des Gesanges" sich flüsternd aus
mildem Störgeräusch erhebt. Ansonsten: schönes Pochen, geschmeidige
beats, warmes Herzklopfen, lichtes Hallen. Ab und zu Klirren und
Rauschen, wo nötig. Die Worte: eher undramatisch, beiläufig, leise
genug oft, um zum Zuhören einzuladen. Dabeisein, DADAbeisein auch.
Der Witz und das Bemühn
(Sidonia Zäunemann) sind nicht vergebens. Antye Greies Gedichterbe
mag ein Wagnis sein, aber mich hat es in seine vielgestaltigen Fülle
gefangengenommen. AGF,
beatnadel -
Morr, 2011
Die Beatnadel, dabei
angesprochen, hält fest und schafft Konturen, wenn auch oft
gespenstische. Antye Greie produziert keine netten Klangsticheleinen,
kaum heimelige tracks. Wo Schönheit erscheint, wirkt sie entfremdet,
wie ein Echo. Beatnadel schreibt über den schönen Schein des Electro
weg, etwas solipsistisch und vor allem eigensinnig. Wer hier zuhört,
kriegt von der Beatnadel Einiges verpasst. Es geht durchaus unter die
Haut. Ahleuchatistas,
location location - open letter records 2011
Die Welt verwirrt das
Duo Ryan Oslance (dr) + Shane Perlowin (git) , und es trägt seine
Verwirrung und Verwunderung zu uns. Sie müssen nichts mit Worten erklären
in einer Welt, in der Erklärungen gerne ins Leere laufen. Was bei
anderen zu Erschöpfung führen würde, wird hier in Energie
umgesetzt, die sich ab und zu verrennt. Aber dann schlägt sie einen
Haken und findet den Weg ins Freie. Und weiss zugleich, dass dieses
Freie zugestellt ist von allen Seiten, weiter und immer weiter. Arabrot,
Solar Anus - Fysisk Format, 2011
Manche filosofieren mit
dem Hammer, andere mit der E-Gitarre. So gross muss da der Unterschied
nicht sein. Kjetil Nernes und Vidar Evensen bilden seit zehn Jahren
die Stammbesetzung. In der rohem Wucht und ungestümen Emphase, die
alle tracks durchzieht, zeigt sich, das Arabrot derzeit zu den
intensivsten Bands ihrer Art zählen. Feinsinn und Delikatesse, Schönheit
gar, braucht hier freilich niemand zu erhoffen. Das ist einfach nicht
die Philosophie dieser Musik. Augst
/ Carl,
Oben_ Beltz Remixed - Badly Organized, 2011
Oben möglicherweise. Oben sitzt Matthias Beltz auf seiner
Wolke und grinst sich eins. Oben
ist die Stimme, die Aufnahmen des 2002 verstorbenen Autors,
Kabarettisten, Moderators und Flaneurs entnommen ist. Oliver Augst und
Rüdiger Carl haben Klänge daruntergelegt, wie einen Teppich –
einen beiläufig kunstfertigen allerdings, nicht irgend so einen
platten roten Läufer zum Abschreiten und Vergessen. Und was gibt’s
zu hören? Eine Art Chansons hat der österreichische Komponist
Friedrich Cerha mal ein Liederwerk betitelt und das mag auch hier
taugen. Avey
Tare,
Down There - Paw Tracks, 2010 Ganz
bei sich, entfernt vom Getriebe der Welt und doch sachte unter Strom,
so präsentiert sich Avey Tares Soloalbum Down There als klingendes
Sumpfgewächs, sacht beflügelt durch musikalisches Voodoo und
gesotten im dampfenden Gumbo verschliffener Rhythmen. Ein Gospelton führt
sogar in manchen Song, bevor die Musik sich wieder in schillernden
Klangblasen auflöst. Aural
Fit,
Mubomuso - Utech Rec, 2010 Mit
geringstmöglichen Mitteln eine Musik höchster Spannung und Intensität
zu erzeugen ist das Ziel von Aural Fit und das ist ihnen nicht
schlecht gelungen. Nebenbemerkung: Bei der Suche nach dem Bandnamen
tauchte au ch immer wieder Gehörschutz als Thema auf. Ein Narr, wer
da an Zufall glaubte. Mark
Boombastik & Eduardo Delgado Lopez,
Adiós Berlin - shitkatapult, 2011 Angstelectro
zwischen Mietrückstand und Champagner: Der erstaunliche Mark
Boombastik hat mit vielen, wie Angie Reed, nicht zuletzt aber mit
Felix Kubin zusammengearbeitet. Und Adiós Berlin klingt wie ein
eigensinniger Widergänger aus Zeiten, als geniales Dilletantentum
noch geholfen hat. Das Klangdesign ist etwas schicker und
geschmeidiger, und übrigens vor allem Beatboxing, das geloopt und
live bearbeitet wird. Broken.Heart.Collector
(same)
- Discorporate Rec., 2011
Es bedarf gelinder Zuversicht, mit einer Musikerin wie Maja
Osojnik zusammenzuarbeiten. Osojnik (Rdeca Raketa, Maja Osojnik Band,
FruFru, Subshrubs) spielt, singt, wispert, trällert und heult
Leichtgewichte wahrscheinlich wie ein falbes Blatt an die Wand. Aber
Bulbul haben in ihrer
windungsreichen Karriere bewiesen, dass ihnen zwischen progressivem
Schweinerock und hirnverschwurbelter Klanginstallation kaum etwas
unzugänglich ist und nehmen es Seit an Seit mit der improerprobten
Bassklarinettistin Susanne Gartmayer mit ihr auf. Und es klappt, ergänzt
sich, wächst schon über sich heraus. Die Maschine setzt sich in
Gang, eckig und lärmend, aber auch untergründig sachte und energisch
schwingend. Das dreht auf und nimmt sich auch mal zwischendurch zurück.
Es träumt sich in Idylle und erwacht in dornüberwucherten Gestrüpp.
Darüber ein gleissender Mond, neongrell. Das Sammeln von gebrochenen
Herzen ist nichts Leichtes, tut aber not und gut.
Charming
Hostess,
The Bowls Project - Tzadik, 2011
Die klingendsten aller Verwünschungen... Dave
I.D.,
response - K7!, 2011
Mag ja gut sein, wenn alles an seinem Platz ist. Aber das ist
hier nicht der Fall. Das hier ist schräg. Und das beginnt schon beim
Digipack mit seinen schiefen Kanten. Das Echo, das aber auf Dave I.D.s
Album wiederhallt, nimmt einen grossen dunklen Raum ein. David Hedges
ist der Mensch hinter Dave I.D. und sagt, dass seine vielbeschriebene
Anonymität vor allem seiner Unbekanntheit geschuldet ist. Nach
response könnte sich das ändern. Deadbeat,
Drawn And Quartered - Blkrtz, 2011
Auf Drawn And Quartered
findet sich nicht die quirlige Musik, die für die Höhepunkte einer
Nacht wichtig ist. Die Musik hier, ein sachte bewegter Strom aus
wenigen, aber präzise ausgesuchten Klängen und Geräuschen, steht für
sich. Sie verlangt und belohnt waches Zuhören. Remixe, die andere
Zusammenhänge eröffnen mögen, gibts inzwischen auch. Driver
& Driver,
We Are The World - Staatsakt, 2011
Versponnen wie einst
Trio, romantisch wie Kirmestechno, DAF und Devo auch dabei. Texte, die
mensch schon mitsingt, bevor sie das Hörzentrum erreicht haben können.
Und die den Kampf "von Top Ten zu Hartz 4" an die
Verwertungsfront tragen. Hurray
For The Riff Raff (same)
- Loose Music, 2011 Keine neuen
musikalischen Horizonte also, die Hurray For The Riff Raff hier
erobern. Der Sonnenuntergang bleibt schön da, wo er hingehört (auf
der Plakatwand), davor erstreckt sich die Piste, auf der Pickups
rumkurven. Stromkabel baumeln (lose?) im Wind. Ein Pferdehalfter hängt
an der Wand und Alynda Lee Segarra hat das Banjo zur Hand genommen.
Die alten Lieder, hier sind sie weder runtergesungen noch
totgetrampelt, hier steckt einfach noch zuviel Leben in ihnen drin.
Und sie mussten dafür nicht mal elektrifiziert werden. Nö, ein mit
17 ausgerissenes Gör hat sie sich geschnappt und zieht mit ihnen und
ein paar FreundInnen seit ein paar Jahren durch die Gegenden, die
diese von früher kennen. Und vom Grau des Alltags gezeichneten Orte
und Nicht-Orte kriegen auf einmal
ordentlich frische Farbe, besonders von den traurigen und
spukhaften dieser Songs. Oder dem mit dem Zitat von Jad Fair.
PJ
Harvey
Let England Shake - Island Records
schlicht substatiell Marc
Hurtado + Alan Vega,
Sniper - Le Son de Maquis, 2010
Welcome back im
Maschinenraum: Öl, Schweiss, schwarzes Gummi, sägendes Geräusch.
Und auf der Kanzel steht ungebeugt der alte, düstere Crooner: Alan
Vega. Und er hat sich noch nie geschont, 60 Minuten Spiellänge mutet
er uns zu auf diesem Album namens Sniper. Ein Heckenschütze der
(Anti-)Popgeschichte war Alan Vega (ua die Stimme von Suicide) schon
immer. Keiner zum Wohlfühlen, zum Ablenken. Ein Prediger, der niemand
überzeugen muss, gellt seine Stimme durch die Finsternis. Massiv und
düster, abweisend und zugleich schweisstreibend sind die sägenden
beats, die Marc Hurtado unter Vegas Worte legt. Jazkamer,
metal music machine 2 - Pica Disk, 2010
Metal Music Machine 2 von Jazkamer ist dem Andenken an Ronnie
James Dio gewidmet. Es ist eine sehr pure, sehr schöne, auch packende
Veröffentlichung geworden, ohne Gesang, wie es sich dem traurigen
Anlass gemäss versteht. Das Spielerische ist nicht mehr so
selbstzweckhaft und doch ziemlich bei sich. Jazkamers erneute
Exkursionen ins Metal-Universum gehen diesmal einen Schritt zurück,
treffen auf 80s Thrash, Doom und klassischen Heavy Metal. Diese
Selbstbeschränkung ist dem Album gut bekommen. Andrew
Liles,
Mind Mangled Trip Monster - Dirter, 2010
Mind Mangled Trip Monster ist eines der jüngeren Werke des
vielseitigen Mr Liles. Und der Titel ist geeignet, HörerIn in die
Irre zu führen. Auch alle, die seinen Umgang mit Elektronik, auch mit
nostalgisch gefärbten Versatzstücken versunkener populärer Kultur
kennen, müssen sich umstellen. Das ist ein Songalbum, eines, das
ziemlich konsequent in Richtung Folk steuert. Zumeist wird der prägende
Gesang Eisabeth Oswells von einer schlichten, aber eindrücklichen
Wandergitarre begleitet. Mehr als ein Hauch von herbstlicher
Melancholie hängt über den Liedern, aber vom Neofolk trennt der
Verzicht auf alles Martialische oder aufgesetzt Dramatische. Zwielicht
und Dämmerung, sanfte Verwirrung und eine gewisse Unbehaustheit
sprechen aus der Musik, aber auf Flügeln eines Gesangs, der die
Grenzen der der Erhabenheit streift, werden wir mitgenommen und darüber
hinweggetragen. War da was? Monster im Busch? Die Apokalypse? Wir aber
singen, und seis ein Song von Joy Division. Andrew
Liles,
Muldjewangk, Morgawr & Other Monsters - tourette records, 2011
Gib dich nicht mit Andrew Liles ab, er ist eh immer beschäftigt
und werkelt in seinem Studio. Er kriegt nichts von dir mit. Lass es
sein, du wirst sonst verschlungen von dieser somnambulen Idylle mit
den verdorrten Ästen, den Splittern kleiner Knochen und dem
schmatzenden Klang von Wasser, das die Spuren deiner Schritte füllt.
Dir ist dann auf Erden nicht zu helfen und du besorgst dir womöglich
noch eine Monster-Scheibe von Andrew Liles. Liturgy,
Aesthetica - Thrill Jockey, 2011
Für
Hunter Hunt-Hendrix, die kreative Kraft hinter den
a n d e r e n Liturgy, spielt seine Band Black Metal. Übrigens,
wie Wolves In The Throne Room, bevorzugt in Alltagsklamotten. Die
Realitäten müssen strapaziert werden, die Erwartungen unterlaufen.
Da ist es folgerichtig, dass das Album Aesthetica, ihr zweites, bei
Thrill Jockey erscheint, no home of metal, wie ihr wisst. Sprengkraft
und Beharrlichkeit gehen indes eine kraftvolle Gemeinschaft ein, gute
Voraussetzung für Musik, die auch immer wieder irritiert. Die
Sehnsucht nach ästhetischer Auslöschung ist ja eine der Triebfedern
von black metal. Sie wird nur immer wieder und auch hier konterkariert
von der Lust am erfindungsreichen Erschaffen des Immerähnlichen. Lasse
Marhaug,
All Music At Once - Smalltown Superjazz, 2010
All Music At Once: Alle Musik zugleich - verspricht uns Lasse
Marhaug auf einem aktuellen Album und das hört sich schwer nach
letztlich undefinierbarem Lärm an, wie zu erwarten. Und das trifft
denn auch zu, zu Teilen allerdings. Lasse Marhaug hat in seiner gut
zwanzig Jahre währenden Karriere allein und mit anderen gefühlt so
viele Tonträger veröffentlicht wie alle anderen MusikerInnen
Norwegens zusammen: So bietet auch All Music At Once nicht unbedingt
Neues. Aber es vermittelt in seiner vorherrschenden Schrundigkeit doch
den Eindruck, das hier nicht einfach fröhlich Lärm gemacht wird,
sondern bewusst Geräusch organisiert.
Men,
Talk About Body -
IAMSOUND Rec., 2011
JD Samsons aktuelles Projekt hat einen knappen Namen: Men. Mit
dabei sind Michael O´Neill und Ginger Brooks Takahashi, sowie ab und
an, nicht nur bei drei Texten, Emily Roysdon. Talk about Body, ihr
aktuelle Album, spricht geschliffen zu uns. Es kann seine Ursprünge
im Dancepunk nicht verleugnen, ist aber ein ganzes Stück gradliniger
geraten. Überraschend ist, wie wenig Überraschungen es bietet. Menace
Ruine,
Union Of Irreconcilables - Aurora Borealis, 2010
Unterhaltungsmusik vom
Feinsten für alle, die sich an den drastischen Künsten (D. Dath)
laben und dabei gerne, wie ich, auf dem Sofa sitzen, ein Glas Rotwein
zur Hand oder so. Erlösung ist nicht in Hörweite, nirgends. Auch die
glockenkühle Stimme von Mlle Geneviève verheisst ja eben keine
wirkliche Befreiung von irgendwelcher Pein. Das ist so gut und soll
auch bleiben. Darunter wälzt sich Lärm, marschieren die
Hoffnungslosen, schabts, keuchts und rauscht. Dazu dröhnt später die
Orgel, als wäre S de la Moth Ehrengast beim Ball der Vereinigung
Wahnsinniger Wissenschaftler. Black Metal: Aber ja! Beseeligendes
Pathos: Geht immer! Finstere Rituale: Jederzeit! Ein wenig Leere,
saugende Leere findet sich darunter. Auch OK. Wohliger Schauder ist
robusteren Naturen auch beim neuen Album von MR stets garantiert. Efrim
Manuel Menuck,
High Gospel - Constellation, 2011
Zum Schluss klärt sich alles N.R.F.B.
(same)
- Major Label, 2011 N.R.F.B. ist, in
aller Kürze, ein Ereignis. Es wird nix überstrapaziert. Der Rahmen
bleibt charmant, die Texte sind elfentauglich, die Musik tut ihr Mögliches.
Das ist gut so. Nach der Explosion der N.R.F.B. ist die Spielwiese
wieder frei, alles abgeräumt ausser den üblichen Unzulänglichkeiten
zwischen Pellkartoffeln und Parkplatzsorgen. Ach, und Frieden macht
Pause. Mal hier, mal weniger. Und N.R.F.B. steht für Nuclear Rape
Fuck Bomb. Alle tot, Ende gut. Und wenn ich wüsste, dass morgen der
Tag des Jüngsten Gerichts wäre, würde ich heute noch mal Jens
Rachut hören. Sandro
Perri, Impossible Spaces -
Constellation, 2011 Impossible Spaces, unmögliche Räume, eröffnet
uns Sandro Perri aus Toronto auf seinem aktuellen Album. Zuvor, mit
Polmo Polpo und Glissandro 70, hat er andere Orte bespielt. Diese hier
sind, ja: Unschuldiger, leuchtender und überwiegend freundlich. Das
macht es ein bisschen schwierig, diese Musik zu kategorisieren. Sie
naiv zu nennen, trifft es aus meiner Sicht, aber es stecken auch eine
Menge Kunstfertigkeit und instrumentales Gegrummel in diesen
charmanten Songs.
Phonophani,
Kreken - rune grammofon, 2010
Hardangerfidel, Flöten und Gesang aus dem Fundus
traditioneller norwegischer Musik sind die Basis, aus dem Phonophani
(Espen Sommer Eide) die Tracks des aktuellen Albums destilliert. Aus
Bordunklängen werden Loops, ungeschliffene Instrumentalklänge rufen
Assoziationen an schräge elektronische Sounds hervor, so weht eins
ins andere. Alles klingt leicht und angenehm beiläufig, vieles auch
tanzbar. PlanningToRock,
W - DFA, 2011
Vor allem unerschrocken ist PlanningToRock, nicht nur hinter
ihrer Maske, die nicht einmal mehr androgyn ist. W ist weit draussen,
ein Planet für sich und dabei nicht zuletzt mit allen Verwandlungen
und Verzerrungen ihrer Stimme, doch ganz nah. Und die tracks
entwickeln eine Wucht, einen Sog, ziehen auf den Dancefloor. Sie gehen
ins Ohr und in die Beine zugleich. Sie sind manchmal etwas verhangen
oder etwas düster, aber daraus erwächst ja für mich die schönste
Euphorie.
Colin
Stetson,
New History Warfare Vol. 2:
Judges
- Constellation, 2011
"...als habe er zwei Herzen, vier Lungen und singe von
zweierlei Sorgen zugleich..." ist in einer Rezension zu lesen.
Das triffts meiner Meinung nach auf den Punkt. Stetsons Musik ist
intensiv und zugleich ausbalanciert, verstörend und zu Herzen gehend.
Auf der Basis eines Jazzinstruments wie dem Saxophon entfaltet Colin
Stetson auf Judges eine sehr eigentümliche Musik, die durchaus Pop
ist, aber auch weit mehr als das. Efrim Menuck (Godspeed/A Silver Mt
Zion) hat aufgenommen, Shazad Ismaily war Produzent und Ben Frost hat
das Album abgemischt, was den exzeptionellen Rang dieser bewegenden
Musik noch unterstreichen mag. Für mich, wie andere auch, eins der
Alben des Jahres. Tetragrammaton,
Point of Convergence - Utech Rec., 2010
Trance, Heilung, Realitätserfahrung und Loslösung:
Tetragrammatons Musik ist formlos und zielgerichtet, erhaben und
spielerisch zugleich. Sie kratzt und schabt, gleisst und drönt und
vor allem ist sie ziemlich unaufhaltsam. Bei aller Wucht wirkt sie
zugleich eigentümlich leicht und traumhaft, klangverliebt sowieso.
Elektronische und akustische Klänge durchdringen einander,
elektrisieren und tragen über Abgründe, die vielleicht nicht so tief
sind wie sie scheinen. Das macht aber nichts. Point of Convergence, so
der Albumtitel, verspricht ja eine Art Übereinkunft. Das heisst ja
nicht, das, was hier zusammenfindet, sonst unvereinbar ist. The
Pussywarmers,
The Chronicles of… - Voodoo
Rhythm, 2011
Viele Worte
hierorts für eine Musik, die ihrer eigentlich nicht bedarf. Sie ist
melancholisch lebenslustig, überdreht, zärtlich, feurig und verträumt,
vorzüglich alles zugleich. Sie leuchtet unmittelbar ein, ist in ihrem
pêle-mêle zugleich unangestengt kunstfertig. Sie ist für den Tag
gemacht, aber ohne Verfallsdatum. Tanzen ist Medizin für die tödliche
Krankheit namens Leben. Das Leben aber ist ein Freak-Zirkus und the
Pussywarmers spielen die Musik dazu. So einfach ist das, fertig. Und
so hinreissend natürlich auch.
TV
On The Radio,
Nine Types Of Light - Interscope, 2011
vielschichtig euphorisierend Ultralyd,
inertiadrome - rune grammofon, 2010
Aus Mitgliedern von Noxagt und MoHa! speist sich Ultralyd und
auf Inertiadrome spielen sie sich mit drastischer Gelenkigkeit die Bälle
zu. Es ist leicht, hier überrollt und mitgerissen zu werden und es
macht vielleicht gerade Spass. Aber die Musik taugt genauso dazu,
analytisch gehört zu werden. Es ist nicht langweilig. Die Kompaktheit
der hier vorgestellten Musik hat etwas von einer Skulptur und auf
deren klingender Oberfläche bilden sich stets aufs Neue einander
verschlingende Wirbel. Sie lassen nicht los, sie ziehen, ziehen immer
tiefer hinein. Trash, Techno, Minimal, Metal? Alles egal. Hier wird es
per Ultraschall in explodierendem Sound zermahlen.
Uz
Jsme Doma, Caves -
Cuneiform, 2010
munteres Lebenszeichen aus der Tiefe Emily
Jane White, Ode to
Sentience - Talitre Rec. 2010
Kammerfolk ohne Attitude Kendl
Winter, Applecore - K Rec.,
2011
DIY-Folk, zwischen Selbstgespräch und Banjo-Attacken WOLS,
Unframe - Pingipung 2011
Erfreulich verspielt kommt das Elektro-Album namens Unframe
daher, lässt sich in keinen Rahmen fixieren. Das trifft auf die Titel
der einzelnen tracks übrigens ebenso zu wie auf deren musikalische
Umsetzung. Zwei gegen den Rest der Welt, einfach so. Dubstep ist die
Folie, über der die beiden russischen DJs Evgeni Shchukin und
Alexander Tochilkin ihre Sounds schweben lassen. Der warme Klang von
sowjetischen Vintage-Synthesizern prägt den Klang, aber auch die
drummachines wissen, wo sie zur Punktlandung ansetzen müssen. Wormskull,
Sound of Hell - Ad noiseam, 2011
Sound of Hell: Wenns in der Hölle wirklich keine anderen Klänge
gäbe als beim altbewährten Maschinenfest oder dem kuscheligen
Elektroanschlag, wäre ich ein wenig enttäuscht. Nun, darüber wäre
späterhin zu berichten. W. sind Jason Köhnen, dessen musikalische
Spannweite sich zwischen dem Moniker Bong-Ra und dem ätherischen
Kilimanjaro Darkjazz Ensemble erstreckt, Mike Redmann aka Deformer und
Drummer Balázs Pándi. John
Zorn´s
Ipsissimus - Tzadik, 2010
Mit Ipsissimus hat John Zorn einen neuen, recht gelungenen,
wenn auch nicht unbedingt weitere Horizonte aufreissenden Beitrag zu
seiner Moonchild-Serie kreiert. Wer Vergnügen an überlegt
strukturierter Musik von hoher Ereignisdichte und fern von blossem Schönklang
hat, wird nicht enttäuscht werden. Und ja: eben diese Momente
befreiter, gelöster Melodik schälen sich immer wieder unter all der
beschworenen Drastik hervor. Da darinnen steckt vielleicht ein
bisschen der innere Kern dessen, was John Zorns Musik umtreibt und in
vielfältige Formen gekleidet immer wieder anders erscheint: Es wird
wohl eine Art von Erleuchtung sein, eine Epiphanie. Niobe,
The Cclose Calll
Tomlab, 2011 - 12 tracks, 38 Min. Manches
ist ein bisschen viel, beginnend bei den zusätzlichen Konsonanten des
Albumnamens: The Cclose Calll. Das rollt nicht nur, nein es
grimassiert schon ein wenig. Aber gemach, uns erwarten ja auch nicht
weniger als zwölf Trips, getarnt als musiksatte Minihörpiele. Yvonne
Cornelius´ sechstes Album (innerhalb von zehn Jahren) ist einfach
nicht auf den Punkt zu bringen. Oder nicht einfach auf den..? Nun, je
nachdem. Es ist ein Sammelsurium, ein Kaleidoskop unterschiedlicher
Stile, gern jazzy, catchy und ein wenig in Soul getränkt,
Telephonklingeln inklusive. Es geht durchaus ums Was wäre wenn, ums
Noch einmal davongekommen sein, um Fallhöhen und Abgründe. Immer neu
spielt Niobe das durch, für unterschiedliche Personen (einmal auch
zur Männerstimme gepitcht), in allerlei Songformate komprimiert und
insgesamt schon noch mehr auf dem Punkt als frühere tracks der
experimentierfreudigen Musikerin. Das musikalische Gewand ist in
keinen zwei Stücken gleich, wird aber durch die intensive und
eigenwillige Stimme Niobes zusammengehalten. Die konnte auch bei ihrem
Auftritt im K4 gefallen. Die ganze ausgefeilte und vielschichtige
musikalische Einkleidung des Ganzen freilich erschliesst sich freilich
vor allem auf dem Tonträger. Und da gibts reichlich Details zu
entdecken, was den Spass an The Cclose Calll noch erhöht. Nicht unerwähnt
bleiben soll die Beteiligung des Instituts Für Feinmotorik bei dem Stück
Walk The Walk! Anspieltipps:
The Stillness, Asthmatic Person In Pink, Walk The Walk!, You Have To
Be More, Exotic - The Swarm Hans
Plesch für ZORES auf Radio Z, 3.1.2012
Mutter,
Mein kleiner Krieg
Die Eigene Gesellschaft, 2011 – 9 Songs, 42 Min. Schnell
gehts jetzt, nach Trinken Singen Schiessen von 2010 kommen Mutter mit
einem neuen, knappen Album und auf Tour, die sie zu einem
eindrucksvollen Konzert auch nach Nürnberg führte. Kleiner
Krieg, Krieg im Kleinen. Einen brauchts mindestens, meist aber zwei.
Dann ein Piano dazu, fertig: "ist man einig und zufrieden /
stellt den anspruch dann zurück / das ist mein kleiner krieg..."
Die Konfliktlinien verlaufen bis ins Private; das ist wo Zweifel und
notwendigerweise stets erneuerte Selbstvergewisserung zu Hause sind. Eine
Ballade von Mutter? Undenkbar war das nie, war nur überdeckt von all
der schmerzhaften Brachialität, die von der Band immer wieder überzeugend
vorgeführt wurde. Und ist das freilich nicht zwingend angesichts der
Verhältnisse, in denen wir uns eingerichtet haben? Beispiele dafür
gibts auch auf Mein kleiner Krieg zu Genüge. Und doch, die Band
scheint jetzt gefasster. Das Verstörende und Bedrängende, das in
seiner Gesamtheit die Welt ausmacht, wird in ein oft bei allem Ungestüm
doch bedenkenswert samtig anmutendes Klanggewand gepackt. Selbst eine
Flöte, gespielt von Antonia Ganz, bekommt einmal eine tragende Rolle.
Den Gegenpol bilden die schmerzhaft direkten Texte von Sänger Max Müller,
die in kurzen Zeilen Wirklichkeiten auf den wunden Punkt bringen.
Die Titel sprechen für sich: "wie wir waren":
"der mensch ist eine traurige maschine" in "häuser(n)
ohne augen". Schöngeschminkt wird hier nichts, wozu auch. Es
gibt auch keine Fluchten in irgendwelche (Post-) Ironie. "kein
gespür / keine haltung / irgendwas und irgendwo". Hier bricht
die Band mal aus dem Duktus der scheinbaren Gelassenheit aus, der das
Album über weite Strecken trägt. Die Gesamtsituation lädt nicht zur
Zufriedenheit ein, Mutter machen keine Hehl daraus. Und dazwischen ein
Heinz Rühmann-Cover ("regenwurm"), das alle vorgeführte
Niedlichkeit letztlich gegen sich selber wendet. Das liegt nicht
zuletzt an Müllers nicht unbedingt konventionell schöner, aber
klangvoller und drängender Stimme - die, nebenbei, das Konzert zu
einem besonderen Erlebnis machte. Auch das Fazit dieses grandiosen
Albums findet sich eingeschrieben: "es strengt mich an / zu
wiederholen / was jeder weiß..." Es ist aber, wie stets bei
Mutter, unserer Mühe wert. Anspieltipps:
Von dem schönen Schein und dem dummen Sein, Regenwurm, Kanndies, Wo
die Sonne nicht scheint, Mein kleiner Krieg Hans
Plesch für ZORES auf Radio Z, 3.1.2012
Schachtanlage
Gegenort. Denise Ritter,
aufgelassen
Hands, 2010 - 13 tracks, 68 Min. Was,
wenn nicht die Montanindustrie, wäre denn industriell zu nennen?
Einstmals Kern europäischer Einigung, ist sie aber auch grossflächig
zum Erliegen gekommen und taugt zu Erbauung, Belehrung und
Unterhaltung. In diesem weiteren Umfeld sind denn auch die Arbeiten
von Schachtanlage Gegenort zu verorten, die den einschlägigen
Hinterlassenschaften Töne abnimmt, um daraus eigenartig urtümliche,
frühindustrielle, insoweit gar nostalgisch-schauerliche Soundscapes
zu konstruieren. Nostalgie freilich im Sinn von Harter Arbeit - Karger
Lohn. Schachtanlage Gegenort ist einerseits ein existierender Ort im
Saarland, andererseits Name des Projekts der Klangkünstlerin und
Soundinstallateurin Denise Ritter. Aufgelassen ist ihre vierte Veröffentlichung,
die Zweite beim einschlägig renommierten Elektrolabel Hands. Es gibt
sicher derbere und wüstere Veröffentlichungen bei Hands, aber,
scheint mir, wenig so rohe, aufs erste Hören unbehandelte wie die von
Denise Ritter. Sie verwendet offenbar ausschliesslich Feldaufnahmen,
die sie montiert und traktiert. So entstehen metallisch knirschende,
scheppernd kreischende, auch gurgelnde, tief hallende, meist monomane
und selten von Rufen durchschossenen Klangspuren aus einer inzwischen
oft verriegelten Unterwelt (was oberirdische Teile einschliesst).
Archaisch und nicht unbedingt direkt konsumierbar, verweist das
Projekt Schachtanlage Gegenort mit dem Album betitelt Aufgelassen auf
das Andere, das von einer postindustriell organisierten Gesellschaft
an die Ränder ausgelagert wird. Hier wird inzwischen zumeist in Reinräumen
produziert, mit Filteranlagen, Atemmasken und kontaminationsgeschützt.
Gegenorts gibts nichts davon. Nur Lärm, allenfalls manische Präzision,
und reichlich Belastung. Einiges davon hat Denise Ritter, eine der
wenigen Frauen in diesem derben Elektro-Bereich, erfahrbar gemacht. Anspieltipps:
La Mine, St. Charles, km 58,8, Schachtwasser, Konverterhalle, Site
Kazebierg
Willkommen
zur Rückschau auf immerhin 20 Jahre Riot Grrrl. War da was? Ausser
einem legendenumwobenen Medienboykott? Und hat das für heute überhaupt
Bedeutung? Die
HerausgeberInnen des Buchs Riot Grrrl Revisited sind Katja Peglow,
Kulturwissenschaftlerin und Journalistin in Essen und Jonas Engelmann,
Literaturwissenschaftler und Testcard Herausgeber aus Mainz.
Ausser den beiden kommen im Buch zu Wort Beteiligte von damals und
Bewegte von heute. Somit
ist klar: Es wirkt weiter, wenn auch verändert. Bemerkenswertes
Beispiel sind nach wie vor die Ladyfeste. Auch in Nürnberg gab es ein
grossartiges, mit enorm viel Aufwand aller Beteiligten auf die Beine
gestelltes Ladyfest. 2011
gabs Feste ua in Darmstadt, Leipzig, Münster u. Rostock. Andererseits
stehen bei den Pop/Rock-Grossereignissen, den Festivals, Gradmessern
von Erfolg und Aufmerksamkeit. nach wie vor reichlich wenig Frauen auf
der Bühne. Ok, The Gossip, Warpaint, Ellen Alien oder Janelle Monae.
Geschenkt, das ist vor allem Kommerz und
bewusstseinsvernebelnder Bullshit, wo sich junge Menschen
beiderlei Geschlechts um einen Alkausschank mit bezeichnendem Namen drängen.
Egal, ein paar davon sind vielleicht trotzdem für Veränderung
aufgeschlossen. So. Aber hier in Nbg. waren immerhin ua Thermals, Les
Reines Prochaines, Scream Club, The Coathangers, Men und einige mehr.
Lydia Lunch kam in die Desi, Doro Pesch in den Hirsch. Boy kommen demnächst
nach ER. Worse than Queer gibts am 21.1. im K4, mit Ex Best Friends
und zwei anderen tollen Bands. Im Electrobereich tut sich überhaupt
viel, im Folk, bei Singer/SongwriterInnen, im Jazz. Nur, die
Aussenwirkung fehlt ein bisschen. Denn das gibt es auch, durch harte
Arbeit, Selbstbewusstsein und with a little help from Music Industry:
Es gibt die Liga der Ikonen: Immer noch Madonna, Shakira, Lady Gaga.
Das hat allerdings mit dem gewöhnlichen Leben nix zu tun. Die Dinge,
die angepackt werden sollten, spielen sich hier, vor Ort ab, im
Musikverein, im Kunstverein, der MuZ, der Desi, meinetwegen im Hirsch.
Es ist vielleicht nicht erstrebenswert, dass
Frauen in tendenziell konservativen Genres wie Industrial
(Maria Zerfall) oder Black Metal (Darkened Nocturn Slaughtercult)
spielen. Es sollte allerdings auch nicht unvorstellbar sein. Riot
Grrrls haben sich in einer Umgebung durchgesetzt, die schon von Härte
und Machismo geprägt war. Sie wollten nie die netten
konsumorientierten Mädchen sein, die als Vorbilder nach wie vor
extrem präsent sind. Das wisst ihr ja alles. Riot
Grrl Revisited bietet nun aufschlussreiche Interviews mit Jessica
Hopper, Melanie Groß (übers Erwachsenwerde der Girls) und mit
Kerstin und Sandra Grether (Parole Trixi). Maren Volkmann ist auf
Spurensuche in den Nullerjahren. Julia Downes befasst sich zitategesättigt
mit Geschichte und Vermächtnis der Bewegung und nebenbei
unterschiedlichen Kulturen in den USA. Gudrun Ankele dokumentiert
Manifeste und Geschichten feministischen Widerstands. Julia Gudzent
berichtet aus ihrem eigenen Leben über Girls to the front und über
die zu überwindenden Schwierigkeiten auf dem Weg, in a man´s world
Konzerte zu organisieren. Dazu finden sich Themen wie Film, lyrics und
Körperpolitik in diesem Sammelband. Mit Shut Up and Speak wird auch
ein aktuelles Berliner Spoken Word Projekt vorgestellt. Musik
an sich ist nicht so wichtig. Musik machen, Konzerte organisieren,
Flyer entwerfen, all das Tun und Netzwerken aber schon und Frauen
sollten ein selbstverständlicher Teil davon sein. Riot Grrrl war und
ist ein Anspruch auf Teilhabe, Selbstbestimmung und einiges Anderes
mehr, wie unterschiedliche Ansichten darüber. Utopie sowieso. Zukunft
kann nur gestaltet werden, wenn mensch ein paar Vorstellungen darüber
hat, vielleicht beflügelt von Musik. Hans
Plesch für ZORES auf Radio Z, 3.1.2012 |