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Zores: Musik abseits aller Hörgewohnheiten Jeden 1. Dienstag im Monat 21 - 24 Uhr bei Radio Z 95,8 MHz |
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AUN,
Motorsleep
Alien8
Recordings, 2009 – 8 tracks, 57 Min. Gläsern
und verhalten beginnt, was wenig später Fahrt aufnehmen wird:
Auns aktuelles Album Motorsleep. Ein
sachter Dunst aus Tonwolken wabert beim Projekt von Martin
Dumais aus Montreal und verwandelt sich in schroffen Rhythmus,
angefüllt mit Resonanz. Das kanadische Label Alien8 hat ja in
letzter Zeit mehr als nur eine Tendenz zum Abgründigen und
Bodenlosen entwickelt und die Musik von Aun fügt sich da
bruchlos ein, vertritt sogar eher die lichtere Seite des so
beschworenen Klangkosmos. Auch wenn Dumais seine Musik als
Mixtur aus fremdartigem Metal und Selbstversenkung
als lähmenden Gifthauch sieht: Es steckt eine Menge Bewegung
und Intensität drin. Gitarre,
Violine und natürlich Elektronik finden Verwendung bei AUMs
Motorsleep-Album, beim Stück With Bows Bent auch
Gitarrenunterstützung durch /de.i.te/ , wer auch immer sich
unter dem Namen verbirgt. Martin Dumais ist schon lange in der
Montrealer Musikscene aktiv und es ist auch nicht das erste
Aum-Release, mit diesem Album hat er sich aber noch einmal neu
erfunden. Natürlich gibt es Spuren zurück zu Bands wie
Cluster, aber auch Verweise auf die bedrängenden Drones von
SunO))). Die Klangwogen, die sich im Zentrum des Albums auftürmen,
rufen schliesslich niemand Geringeres als die Swans in
Erinnerung, natürlich ohne Gesang. Hier fehlt, nicht zum
Nachteil erstaunlicherweise, deren Rauheit. Bei Motorsleep wirkt
das Meiste ausgefeilt und formbewusst balanciert, bei aller
klanglichen Körnigkeit fein geschliffen und gestaltet, ohne an
Eindrücklichkeit einzubüssen. Schliesslich eröffnen sich,
gerade zum Schluss hin, Inseln der Ruhe, der Selbstversenkung
und des Nachhörens. Hier sind die Klänge sozusagen
freigesetzt, folgen in ihrem Weg allenfalls einer inneren Logik,
ohne zu zerfasern. Der oft und gern beschrittene Weg
nachhaltiger Überwältigung, von Aum wird er nicht begangen. Auns
Album Motorsleep, gemastert von allzeit präsenten James Plotkin,
bewegt sich geschmeidig an der Schnittstelle von Doom und
Ambient. Es ist ein präzise gearbeitetes, eindrückliches Stück
Musik voller innerer Spannung. Motorsleep ist so beileibe kein
Befindlichkeitssoundtrack geworden, sondern eine wuchtige, auch
erhabene Klangskulptur, ein dunkel glühender, feingezeichneter
Monolith. Anspieltipps:
Motorsleep, Erzot, With Bows Bent, Neiges
Hans
Plesch für ZORES auf Radio Z, 3.8.2010 Architeuthis
Rex, Dark As The Sea
Utech,
2010 – 7 tracks, 64 Min. Ambient:
Immer wieder leg ich mir dann doch noch einen Tonträger zu. Sei
es, weil es etwas Neues gibt von jemandem, dessen Musik bislang
spannend und ergreifend war (was hier nicht der Fall ist). Oder
weil das Label sympathisch ist –
wie hier: Utech -, sei es schliesslich, weil ein Sound
anspricht und innere Saiten klingen lässt. Dabei klingt das
doch seit Jahren schon alles ziemlich ähnlich: Zumeist Wohlfühlmusik
für herabgestimmte Seelen. Ambient, eine Kunst der
musikalischen Wohnungmöblierung: Etwas vage, ohne allzustarke
Kontraste, mehr oder weniger milde abgedunkelt zu Rotweingenuss
und Kerzenschein. Doch manchmal wird die Kerze dann doch
ausgepustet...und das Glas in der Hand gilts gut festzuhalten.
Hier auch? Das gilt es zu ergründen. Architheutis
Rex, ein Projekt von Antonio Gallucci, führt, tja, an die Ufer
dunklen Ambients. Ein gewaltiger Beweger der Wasser wird
heraufbeschworen. Mit grosser Geste rollen beunruhigende
Klangfluten an unzugängliche Gestade. Gegenwart, was ist das
schon... Hier wird in grösseren Dimensionen gedacht,
Dimensionen, in denen sich allenfalls Naturgewalten beheimatet fühlen
dürfen, aber nichts so kurzlebiges wie Mensch oder Zivilisation
(ausser Elektronik, klar). Musik aus dem Abgrund der Zeit,
insofern ist Dark As The Sea eine ziemlich typische Utech-Veröffentlichung.
Undurchdringlich und fliessend, wie die inneren Stimmen eines
planetaren Ozeans mit seinen Entitäten. Das kommt dann, als
quasi uterine Erinnerung, beinah doch anheimelnd rüber,
organisch flutend, als Einladung, sich treiben zu lassen und zu
sinken, sich einzulassen bis zum Ende. Architeuthis
Rex: Ein dunkler Traum, geboren aus verhallten Erinnerungen,
ausserirdischen Radioübertragungen, verkratzem Acetat und
transformierten Echolotgeräuschen, beschwörendes Getrommel
nicht zu vergessen: Antonio Galluccis abgründige Fantasien
taugen allemal für sublime Wachträume. Das muss nicht
schrecklich sein. Aber Verlorenheitsgefühl und reichlich
Erstaunen kann dieses Album schon hervorrufen. Kaleidoskopisch
treiben Erscheinungen vorbei, lassen Formen erahnen und
verabschieden sich in phosphoreszierende Dunkelheit. Dieses Meer
ist eine unfassbare Mutter. Anspieltipps:
Cephalopedie, We dream the seashore, Bbroke
Hans
Plesch für ZORES auf Radio Z, 3.8.2010 Good
For Cows, Audumla
Web
of Mimicry, 2009 – 9 tracks, 50 Min. Die
Welt der Musik betrachten aus der Perspektive der
Rhythmussektion (i. e. Bass u. Drums): Das
war der Ausgangspunkt, der Devin Hoff und Chess Smith über
einen akustischen Beginn und inzwischen vier Alben zu ganz
anderen Horizonten geführt hat. Bestand nämlich ihr anfängliches
Interesse vorwiegend in der Beschäftigung mit Jazzgrössen wie
Thelonious Monk oder Ornette Coleman, so vereinte sie bald auch
die gemeinsame Begeisterung für Bands wie Black Flag oder
Minutemen und verpasste ihrer Musik einen Schub nervöser
Energie. Damit nicht genug, wurde auch Rhythmus- und
Klangforschung auf den Spuren von Anthony Braxton oder Fred
Frith betrieben. Da war es sicher gut, dass die Besetzung klein
gehalten wurde und nicht auf profilierungssüchtige Sänger
und/oder Gitarristen Rücksicht genommen werden musste. Good
For Cows untersuchen seit mehr als zehn Jahren die Stärken
einer spärlichen Besetzung aus Drums und Bass, diesmal
allerdings fett elektrisiert. Denn die musikalischen Interessen
dieses Crustjazz-Duos wurden durch eine Diät aus Black Metall
und harschem Lärm noch einmal angeschärft, ohne indes die
Basis aus Coleman oder Frith aus den Händen zu geben. So badet
auch Audumla, ihr vierter Tonträger, wie manch anderer heute,
in finsteren Wassern. Ich verkneife mir an dieser Stelle ein
Wortspiel mit dem Bandnamen, verweise aber darauf, das Chess
Smith Drummer bei Jamie Stewarts Xiu Xiu ist und auch Devin Hoff
dort mitspielte. Die Gelenkigkeit und Präzision, die beide dort
unter Beweis stellen, prägen auch ihre Arbeit mit Good for Cows. Der
wandelbare Mr Smith werkt zudem ja bei Marc Ribot, Secret Chiefs
3 und solo als Congs for Brums – letztere gerade erst im K4 zu
Gast. Was
also hinzukommt, ist natürlich der rabenschwarze Hintergrund
schrundigen Geräuschs. Auf pure Instrumentalfarben reduziert,
zeigt sich das muskulöse und angespannte Gerüst, das ansonsten
gerne durch allerlei Effekt aufgehübscht und verschärft wird.
Hier eben nicht. Auf Audumla gibt es dafür straffe Pulse, die
immer mal wieder angezogen und losgelassen werden. Hier gibt es
drönende, aber auch filigrane Arbeit am Bass, dessen
elektronische Mutationen doch nie das Instrument und seinen
untergründigen Gesang vergessen lassen. Auch Melodie darf sich
entfalten, zu Skizzen eines Songs werden. Aber sie wird leichthändig
fortgerissen vom Sog der Bewegung. Das wird dann Überschwang,
Energie, selbstbewusste Zügellosigkeit. Auf Audumla ist recht
ernsthafte Musik zu finden, die Komplexizität nicht scheut. Und
es findet sich der Spass am Antreiben, am fliessenden in Gang
setzen – und anhalten - von Musik, wie es in einer klassischen
Bandbesetzung eben Drums und Bass gebührt. Hier zeigen Good For
Cows, das es mehr dazu auch nicht braucht, wenn genügend
Fantasie und Spielwitz dabei sind. Anspieltipps:
Fafnir, Legion, Secret Hobbies, Solfell (Mountains on the sun),
The Last (When all bonds are broken) Emeralds,
What happened
No
Fun productions, 2009 – 5 tracks, 57 Min. Schimmern
und funkeln, manchmal auch blenden...Emeralds arbeiten mit
Synthesizern und Gitarre und nennen Song, was doch grundsätzlich
ohne Worte auskommt. Fünf dergestalte Improvisationen aus den
Jahren 2007/2008 finden sich auf ihrem Album What Happened. Es
erschien auf No Fun, dem Label des ebenfalls hoch umtriebigen
Carlos Giffoni, zwischen Gitarrenlärm und elektronischem
Klanggetüftel zuhaus. Das hier ist mehr die unaggressive Seite,
auch wenn die Gitarre ihren deutlichen Part hat. Das
Trio Emeralds aus Cleveland arbeitet seit 2006 zusammen und hat
eine schon fast unüberschaubare Anzahl an Produktionen angehäuft,
oft als CDr, aktuell ist auch eine Veröffentlichung bei Mego
dazugekommen. Ihre driftende Musik schreibt fort, was Cluster,
Tangerine Dream, Conrad Schnitzler oder Terry Riley begonnen
haben, ein bisschen Coil ist auch dabei und bewirkt zeitweilige
Ungemütlichkeit. Der
ungeschützten Logik des Traums scheinen die Stücke zu folgen,
Trips ins Innere, bei denen Alltägliches wie fremd aufscheint
und doch immer präsent ist. Mit Mitteln der Vergangenheit, Korg
und Moog, und neuen Ohren, um Brainwashed zu zitieren,
erschafft das Trio seine ganz eigenen Welten aus Sound. Natürlich
sind die Anklänge da, die Verweise auf Synthiepioniere und
psychedelische Klangwogen, aber sie werden wie Werkzeuge
verwendet.Das Album What happened speist sich aus zahlreichen Höreindrücken,
die ihre eigene, neue Geschichte entstehen lassen. Pure,
psychische Präsenz erwächst so aus den Instrumenten, die Mark
McGuire, git - John Elliott und Steve Hauschildt, synths, in den
Händen haben. Emeralds, Edelsteine werden aus der Erde geholt.
Es liegt immer wieder auch eine Erdigkeit unter diesen Stücken,
ausser vielleicht im leichtfüssigen track Up in the Air. Und
das steht dem Album gut. Einmal mehr lag das Mastering bei James
Plotkin. Emeralds Musik wird nie lärmig, aber Lautstärke kann
ihrer Eindrücklichkeit nicht schaden. Ein paar nachdrückliche
Riffs, einige wuchtige Drones: Es sind kraftvolle, bewegende und
eigenständige Klanggebilde, die so entstehen. Anspieltipps:
Damaged Kids, Up in the Air, Living Room Hans Plesch für ZORES auf Radio Z, 3.8.2010 Delaney
Davidson – Self Decapitation
Mensch
muss sich Delaney Davidson als ruhelosen Menschen vorstellen.
Einer, der ständig rummacht, immer unterwegs ist, und auch beim
Musikmachen nicht zufrieden ist, wenn er mit nur einem
Instrument beschäftigt ist. Delaney Davidson hat all das, was
eine gute One Man Band auszeichnet. Er ist eine Multitasking
Persönlichkeit. Delaney
Davidson war zunächst einmal bei den Dead Brothers. Der Name
sagt es schon: es handelt sich bei den Dead Brothers um eine
Band, die den Mythos des einsamen Westens besingt; den
morbiden, den verlorenen amerikanischen Westen mit Tumbleweed,
dem vom Winde verwehten Strauchgezeugs, mit dem vertrockneten
Gedärm toter Tiere in einsamer Landschaft und natürlich:
mit ungesühnten Verbrechen. Delaney
ist mit dieser Leidenschaft für eine uramerikanische Tradition
in bester Gesellschaft mit alten Bluesern, aber auch von Nick
Cave und Tom Waits. Wie diese beiden ist Delaney gekleidet im
Schick des Leichenbestatters. Mit Anzug unter geschniegelter
Frisur, spitzen Schuhen und einem ernsten Gesicht dazu.
Mörderballaden - das zeigt die Erfahrung - machen
sich dann am Besten, wenn die Interpreten entweder selbst am
Ende sind. Oder ihr Ableben schon mal vor Augen hatten.
Zumindest als romantisch-literarische Vision. "Ghosts
Songs" hieß Delaneys erste Platte. Die zweite, seine neue
"Self Decapitation". Selbstenthauptung. Nicht schön
erstmal. Aber natürlich passend und nur eine süffisante
Anspielung auf etwas schräge Zirkus- und Varietenummern anderer
Einzelunterhalter. Delaney
spielt Lap Steel, Klavier oder Trompete. Aber wenn er solo
auftritt, dann reichen ihm Gitarre, Mikrophon und der
Flaschenhals, der über die Seiten heult. Die Gitarre und
er singen die Lieder vom Staub auf den Straßen. Und wenn er
dazu tanzen will, dann loopt Delaney, was er gerade gespielt und
gesungen hat, um dann mal eben den Ausfallschritt auf der Bühne zu
demonstrieren. Eine One Man Band eben. Egal, wo mensch Delaney
hinstellt: Dieser Mann macht aus jedem Etablissement eine gut
abgehangene Schieberkaschemme. Und tanzen kann mensch zu seiner
Musik immer. Delaney
Davidson ist 1972 in Neuseeland geboren, als Koch in der Schweiz
gelandet. Es kamen Touren mit den Dead Brothers, dazwischen hat
er seine Rastlosigkeit in Italien, Deutschland, den USA und
Neuseeland gepflegt. Sprich ein Album aufgenommen: Nicht
alleine, sondern mit vielen Freunden. Die macht er sich ständig
und immer neue kommen dazu. Sein Ruf als begnadeter Songwriter
wird allmählich überlappt von dem als begnadeter Entertainer.
Aber eines ist geblieben: Delaney Davidsons Musik ist so Lo-Fi
geblieben, wie es der schon etwas verblichene Mythos vom
einsamen Helden eben auch verlangt. Delaney
Davidson erschafft eine Sound-Landschaft, ohne jemals
aggressiv zu wirken oder seine Songs in hohem Tempo vorzutragen.
Was diese Atmosphäre kreiert, ist vielmehr die etwas ungewöhnliche,
unangepasste und manchmal auch anarchistische Zusammenstellung
der Instrumente und Arrangements. Wobei wir wieder bei Tom
Waits zu Zeiten von "Swordfishtrombones" (1983)
angelangt wären. Irgendwo sind die Grundstrukturen dann doch
alle im Country, im Blues. Bei vielen Songs verliert sich die
Orientierung, ob mensch im Himmel oder in der Hölle gelandet
ist. Wohlfühlen tut mensch sich trotzdem dabei, ganz einfach
weil Delaney Davidson trotz so mancher ungewöhnlichen
Sounds immer hochmelodisch vorgeht. Es
gibt sehr viel zu entdecken auf "Self Decapitation".
Die CD ist bei Voodoo Rhythm erschienen. Mensch kann bedenkenlos
zugreifen und sich in dieses elf Songs umspannende Abenteuer stürzen.
Mir macht diese Scheibe auf jeden Fall Höllenspaß … Achim Pflaum für ZORES auf Radio Z, 3.8.2010 The
Bundles das sind vor allem – Kimya Dawson und Jeffrey Lewis.
Sie machen klar, warum Antifolk mal Hoffnungsträger von Indie
war. Es
gibt genügend Perversitäten und Freaks auf dieser Welt. Da
darf gefragt werden, ob es notwendigerweise auch perverse und
freakige Songs braucht? Die Antwort lautet: Ja! Künstler der
New Yorker Anti-Folk-Szene bringen uns diese Einsicht 2002 näher.
The Moldy Peaches,
die Kymia Dawson mit Adam
Green gründet, oder Jeffrey Lewis stehen in vorderster
Front der rebellischen Lo-Fi-Hymnen. Kimyas
Gesangs- und Tanzpartner Adam wird in Deutschland seit 2003 mit
seinem Soloalbum "Friends
Of Mine" gefeiert. Da wird es Zeit, dass seine
charmante Kollegin mit ihren p(r)unkvollen Solo-Schmuckstücken
mehr in den Vordergrund rückt. Mittlerweile in ihren 30igern,
veröffentlicht Kimya unermüdlich Homerecordings und präsentiert
kindliche Unschuld an der Gitarre. Besonders
gerne geht sie auf ausgedehnte Konzertreisen und schließt überall
auf der Welt Freundschaften. Frank Black von den Pixies
nennt sie deshalb nur noch "Road Warrior". Zu den
treuen Reisebegleitern gehören u.a. Lewis, Daniel Johnston und They
Might Be Gigants, mit denen auch gemeinsame Songs entstehen.
Wird ihren
Soloalben gelauscht, schließt mensch sofort Freundschaft mit
Kymia Dawson. So viel Offenheit über die eigentlich schönste
Sache der Welt erfährt sonst nur der engste Freundeskreis.
Kimya kennt, wie in der Anti-Folk-Szene üblich, anscheinend
keinerlei Berührungsängste. So umarmt sie auf den Moldy
Peaches-Gigs jede einzelne Person im Zuschauerraum. Das mag für
den einen "Hippie" sein, für den anderen ist es
vielleicht das Schönste, was ihm in dieser Nacht widerfährt. Die Fans
bedanken sich jedenfalls stets mit warmen Worten und glücklichen
Gesichtern - und fühlen Seelenverwandtschaft. Da gibt es
schrullig-aussehende Singer/Songwriter aus New York, die tatsächlich
dieselben Träume und Ängste haben und diese in lustigen Kostümen
und aufwendigen choreographischen Tanzeinlagen auch noch ausdrücken. The Bundles -noch einmal zur aktuellen Scheibe. Ich zitiere: „Dieser knatschige Gesang von Jeff Lewis, eine Mischung aus Kermit und Lou Reed, gepaart mit Kimyas zurückhaltendem Genuschel, lässt einen sofort an das damalige Traumduo Dawson und Green denken – Velvet-Underground-Coolness gepaart mit kindlichen Keyboard-Melodien, eine Mischung, auf die man wie der Pawlow’sche Hund sofort mit Sympathie-Reflexen reagiert. Obwohl die Produktion relativ flach und dünn ist – kein Vergleich mit der Intimität des Moldy-Debüts –, springt hier noch einmal der Funke über. Bitte auf Tournee kommen!“ Schreibt Martin Büsser im Intro. Könne wir uns anschließen. Die CD ist bei KLF erschienen. |